Buchen, August 2012

Photovoltaik als „Königin der erneuerbaren Energien“

Erhard Renz von MetropolSolar Rhein-Neckar e.V. wirbt für Stromautarkie 

 

Bericht von Christine Denz

Es war wie mit dem reichhaltig fließenden Sonnenstrom in diesen Tagen – der Eiermann-Saal in Buchen quoll fast über von dann 60 Menschen, die den Vortrag von „Sonnenflüsterer“ Renz über „Photovoltaik – Aktuelles und Re-Powering“ hörten, nachfragten und auch noch lange nach der Veranstaltung kräftig diskutierten. Erhard Renz sprach über die klimatisch „saubere“ Photovoltaik als „Königin der erneuerbaren Energien“, die derzeitigen Modulpreise und die Solarvergütungen sowie – im zweiten Teil – über seine ersten Schritte mit dem Austausch der Solaranlage in Kombination mit einer Speicherbatterie im Keller. Bürgermeister Roland Burger betonte in seinem Grußwort die Vielzahl an Anlagen auf Buchens Dächern und im Neckar-Odenwald-Kreis und hob die Bürgerbeteiligung hervor. S.U.N.-Vorsitzende Christine Denz, gleichzeitig im Fachbeirat von MetropolSolar Rhein-Neckar e.V. und Leiterin der Veranstaltung, beschrieb das „Netzwerk für 100% Erneuerbare Energien“ als unabhängig und nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet mit einer Mischung aus Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen.

Erhard Renz rief zum Mitmachen bei der Energiewende auf, die alle Kräfte erfordere. „Wir können es technisch in den Griff kriegen“, war er sicher. Höchstes Ziel sei es, den Klimawandel einzudämmen, Ressourcen einzusparen und unabhängig von importierten  fossilen Brennstoffen zu werden. Nicht alle hätten Interesse an einer bürgernahen Energiewende; die „großen vier Energieriesen“ kochten mit ihren Lobbys ihr eigenes Süppchen. Im Folgenden verglich Renz die Rentabilität seiner PV-Anlage aus dem Jahr 2000 mit den Kennzahlen vom August 2012 – und kam auf eine vergleichbare Amortisationsdauer von 11 – 12 Jahren. „Wir haben jetzt eine Gesetzeslage, auf die wir bauen können.“ Die Technik sei permanent günstiger geworden; deshalb würde das Verhältnis von Modulpreisen und Vergütungssätzen stimmen. Renz bezog damit auch entschieden Stellung in der laufenden Debatte, Solaranlagen-Betreiber verdienten sich eine „goldene Nase“ und würden die Strompreise in die Höhe treiben. Die neue Technik habe eine Anschubfinanzierung erhalten; die Preistreiber seien ganz andere wie z. B. die von der Stromsteuer befreiten energieintensiven Betriebe, deren Folgen dann die Bevölkerung zu tragen habe.

Und das mit Spannung erwartete Re-Powering? Renz tauscht nicht nur seine alte Anlage gegen eine neue mit effizienteren Modulen aus, sondern speichert auch Strom in einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie und gibt ihn nach Bedarf per Steuerung wieder ab. Die Waschmaschine wird in Gang gesetzt, das Elektro-Auto wird aufgeladen oder die Zirkulationspumpe für das Duschwasser springt an. Man könne auch „Stromfresser“ finden. Mit einem solchen System könne man stromautark werden – eine ökologisch-ökonomische Vision, die viele anspricht. Ach, die Zirkulationspumpe: Renz gab auch wichtige Hinweise, z. B. den Rat, die alte dauerlaufende gegen eine moderne flexibel arbeitende Heizungspumpe mit weitaus geringerem Stromverbrauch auszutauschen. Die Stadtwerke Buchen haben dazu ein Förderprogramm aufgelegt, wusste Christine Denz zu berichten. Renz rechnet damit, dass er seine Investition nach 15, 16 Jahren wieder zurück hat. Dabei spielen die künftigen Strompreise eine gewichtige Rolle, da sie bei Eigenstromnutzung nicht bezahlt werden müssen. Und was wird mit der alten Anlage? Die will Renz dem Nachbarn aufs Dach setzen; die Bedingungen seien noch auszuhandeln.

 

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