Pressemitteilung, 21. 10. 2005

 

„Ökologie und Wirtschaftlichkeit passen für Altersvorsorge zusammen“

SUN-Vortrag über ökologisch-ethisches Geld

 

„Öko“ steht immer noch in dem Ruch, nur etwas für Idealisten zu sein. Erst recht, wenn es um sein Geld geht, ist der Mensch besorgt und fragt dreimal nach. Dazu bot der Energiespar- und Solarverein S.U.N. mit dem Vortrag „Ist Ihre private Altersvorsorge schon umweltfreundlich?“ in Mosbach reichlich Gelegenheit. SUN-Vorsitzende Christine Denz: „Das Thema Geld ist die logische Fortführung des ökologisch-ethischen Gedankens. Man kann dafür sorgen, dass das eigene Geld mit guter Rendite und auch noch lebensförderlich arbeitet.“ Guido Dahm, Ebertsheim, unabhängiger ökologischer Finanzdienstleister zeigte sich als kompetenter Fachmann. Mit Blick auf die fallende Rente beleuchtete er zunächst die notwendig werdende private Altersvorsorge. Mit jeder Anlageform kann man in ökologische Produkte investieren – sei es beispielsweise die Riester-Rente, eine Lebensversicherung oder auch Fonds oder Aktien. Bundesweite Studien zeigten, dass Ökologie und Wirtschaftlichkeit längst kein Widerspruch mehr seien, sogar das Gegenteil sei der Fall. Die Zeiten hätten sich aufgrund geänderter Gesetzeslage und wegen der neuen versicherungswissenschaftlichen Bedingungen geändert. Öko-Unternehmen schnitten durchschnittlich und langfristig betrachtet sogar besser ab. Denn diese Firmen stünden mit ihrer guten Substanz innovativer und wettbewerbsfähiger da als die übrige Wirtschaft.

Die anfängliche Skepsis in den Gesichtern der Zuhörer wandelte sich im Laufe des Vortrags in Neugier und „Aha“-Erlebnisse. Sie vollzogen nach, dass die künftige Bevölkerungsentwicklung („die Pyramide steht kopf und wird zum Pilz“) und die rasant steigende Lebenserwartung die Staatsfinanzen sprengt. Vorsorge gelte für jeden, besonders aber für die jungen Leute, gleich wenn sie die Schule verlassen haben. Die Rentenvorsorge sollte aus drei Schichten bestehen: der gesetzlichen, einer staatlich geförderten und einer privaten. Auf Nachfrage aus dem Publikum empfahl er besonders die Riester-Rente. Sie werde am besten von allen Möglichkeiten steuerlich gefördert, auch mit guten Grund- und Kinderzulagen und Steuerersparnissen. “Riestern“ kann fast jeder. Sie wird beim ALG II nicht angerechnet, weil sie zur Daseinsvorsorge gezählt wird. Die Palette der Riester-Produkte bietet auch ökologische Anlageformen.

Alle großen Versicherer legen auch ökologisch-ethische Produkte an; dies jedoch nicht in dem Maß wie z. B. die kleinere Oeko-Capital-Versicherung. Diese halte seit langem den 1. Platz bei den Ratings der Markt führenden Zeitschrift „Öko-Test“. Andere Versicherungsgesellschaften wie beispielsweise Gerling würden nach dem sog. „best-in-class-Prinzip“ verfahren. Auf diese Weise werde die Industrie gefördert, die in ihrer Sparte am umweltfreundlichsten ist. Dies treffe auch beispielsweise für die Automobil-Industrie zu, die aufgrund ihrer unabweisbaren Emissionen per se nicht umweltfreundlich sei. Jedoch würden auf diese Weise immerhin auch Schadstoffe reduziert werden können. Aber langfristig bedeutsam und zukunftsfähig seien besonders die Anlageformen, mit denen man mit seinem Geld lebensförderlich arbeite. Man müsse nicht Kinderarbeit und Umweltzerstörung unterstützen, sondern könne mitbestimmen, wo die Beträge hin fließen, also beispielsweise in neue Energien und in den Fairen Handel, damit auch in neue zukunftsträchtige Arbeitsplätze. Das bringe eine Rendite mit gutem Gewissen. SUN-Vorsitzende Christine Denz wies in ihren abschließenden Dankesworten auf die KlimaMesse Aglasterhausen (19./20 November) hin. Auf der regionalen Fachmesse mit 40 Ausstellern und 30 Kurzvorträgen wird der Vortrag nochmals geboten und sonst auch alles, was das ökologisch-ökonomische Herz begehrt.

 

 

S.U.N. e. V.

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